Der Neubau des Heinrich Hertz Gymnasiums befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Berliner Ostbahnhof. Die Lage lässt sich als eine Art Lichtung erfassen, eingebettet in einen Baumbestand und umrahmt von angrenzenden Wohn- und Bürogebäuden. Der Neubau tritt als eigenständiger Solitär in diesem grünen Raum auf und fügt sich durch seine Funktion als Bildungsbau in das Umfeld ein.
Vor und Rücksprünge verzahnen das Gebäude mit den Außenbereichen und den unmittelbaren Gebäuden der Umgebung. Die Anordnung der Baukörper schafft ein dynamisches Zusammenspiel von Innen- und Außenräumen. Der Vorplatz öffnet sich nach Süden, während die Aussenbereiche mit verschiedenen Belichtungszonen und Qualitäten aufwarten.
Die vertikale Gliederung der Fassaden reagiert auf die hohe Nachbarbebauung und setzt einen selbstbewussten Akzent. Die auffaltenden Dachflächen verleihen dem Gebäude nach außen eine markante Erscheinung und Strahlkraft. Nach innen bildet sich ein intimer Dachgarten.
Innere Struktur:
Der Baukörper gliedert sich in ein Erdgeschoss und vier Obergeschosse. Im Erdgeschoss befinden sich die Verwaltung, die Mensa, der Mehrzweckraum, die Musikräume sowie weitere dienstliche Räume. Die Fach- und Unterrichtsbereiche sind in den Obergeschossen untergebracht. Jedes Geschoss ist in zwei Compartments unterteilt, die um eine zentrale Treppe angeordnet sind. Ein Lichthof sorgt für zusätzliches Tageslicht in den Foyerbereichen.
Organisation – Lernlandschaften:
Jeder Unterrichtsbereich wird über das Foyer erschlossen. Die Fachräume sind entlang der Außenfassade um das zentrale Forum gruppiert. Die Teambereiche sind ebenfalls über das Foyer zugänglich und stehen stets in Bezug zum Forum. Jedes Compartment beinhaltet die notwendigen Schließfächer, WC-Anlagen und Nebenräume.
Dachtopografie:
Die nach innen geneigten Dächer schaffen eine räumliche Hülle für die begehbare Dachlandschaft. Eine Terrasse im vierten Obergeschoss bildet den zentralen Punkt des Dachgartens. Von dort führt ein Rundweg zu verschiedenen Bereichen wie einem Teleskopstandort, einer Forschungsstation, einem Pflanzgarten und solaren Energiefeldern. Die Terrassierung der Dächer macht die Neigung wie in einer hügeligen Landschaft erlebbar.
Es entsteht ein geschützter, exklusiver Raum – ein Garten, der als kontemplativer Lern- und Erlebnisbereich dient.
